Sicherheitsmängel: Kulturpalast in der

Saalgasse droht Schließung

26.06.2009 – WIESBADEN


Von Joachim Atzbach


Hat dem Kulturpalast als Veranstaltungsort das letzte Stündlein geschlagen? Und, eigent­lich noch gravierender, ist das auch der Anfang vom Ende seiner sozialen Einrichtungen Kinderund Schülerpalast? Andrea Gotzel, zweite Vorsitzende des Trägervereins F.K.i.B. ist ratlos, seitdem eine Feuerwehrbegehung im März ergeben hat, dass der Veranstaltungs­raum in der Saalgasse 36 nicht den Sicherheitsvorschriften entspricht. Ursache war ein Lautsprecher, genauer gesagt, einer der beiden großen Bühnenlautsprecher, der den vor­geschriebenen zweiten Fluchtweg verstellte und dementsprechend entfernt werden musste.


Kein Problem, mag man an dieser Stelle denken, dann wird der Lautsprecher an eine an­dere Stelle geschoben und alles geht weiter seinen gewohnten Gang. Nur sind die örtli­chen Gegebenheiten im Kulturpalast halt nun mal so vertrackt, dass der Lautsprecher nur an dieser Stelle stehen kann um eine vernünftige Übertragung der Veranstaltungen zu ge­währleisten. Als einzige Lösungsmöglichkeit bliebe ihn unter der Decke zu befestigen, wo­für aber der Vorhandene von seinen Maßen und seinem Gewicht her schlichtweg ungeeig­net ist. Der günstigste Kostenvoranschlag für zwei neue Deckenlautsprecher, so eine Be­schallungsanlage funktioniert nun mal nur im Paar, beläuft sich auf 24.000 Euro, eine Summe die der Trägerverein auch beim besten Willen nicht aufbringen kann.


Nun drücken auch noch langfristig abgeschlossene Verträge mit Musikern und Künstlern. Auseinandersetzungen wegen Ausfallhonoraren drohen. Und ist erst einmal das eine existentielle Standbein verschwunden, drohen auch die damit eng verwobenen Hortein­richtungen Kinder- und Schülerpalast in den verhängnisvollen Sog zu geraten.


Notdürftig über Wasser wird sich zurzeit mit einer geliehenen Deckenanlage gehalten. Für 175 Euro pro Leihtag, die bei dem knapp kalkulierten Budget einfach nicht drin sind, denn für seine Abendveranstaltungen erhält der Verein keine Fördermittel. “Wir haben unser Programm bereits um ein Drittel gekürzt, gehen auch früher in die Sommerpause, die län­ger als gewohnt ausfallen wird", kündigte Andrea Gotzel an. Wie es danach weitergehen soll, weiß niemand. Programmkürzung bedeutet halt auch Einnahmenrückgang.


Hoffnungen auf öffentliche Mittel scheinen sich zerschlagen zu haben. Eine bewährte Plattform für lokale Bands und nicht stromlinienförmige Rockacts steht damit vor dem Aus.


Freitag, 26. Juni 2009 10:50 Uhr

URL: http://www.wiesbadener-kurier.de/region/wiesbaden/meldungen/7022460.htm

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